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SY SONJA ARC 17.Tag
 
02.12.2000 1200h Bordzeit (14.00h MEZ)
POS 15° 55' N 45° 08' W

 

NO (zero) Engine Hours,
Course 280 *
Wind ESE, 16 Kn
Sea about 5 feet

We also gave our position to
SY RUN AWAY, Nr. 107 :
and transmit her position as follows :
15*57' N
44*57 W
Wind 15 - 18 Kn, ENE,
Best wishes,
Crew Sonja
Norbert Stangl

14. Bordtag, Samstag
Auf Sendung erst Sonntag mittag, da gestern zu viele Wellen waren und mir der Satellit dauernd abhanden kam !!!
Nachtrag noch zur vergangenen Nacht : nach meiner Ablöse um 24.00 UTC war unser Skipper Dietrich an der Reihe und ich blieb noch ein wenig an Deck, da die Nacht so mild und warm war, als ein großer fliegender Fisch ( ca 25 cm ) in typischer Tiefflieger-Art unseren Skipper auf Höhe des linken Schulterblattes anflog. Sein überraschter Ausruf galt mir, da er unverständlicherweise glaubte, die Attacke sei von mir ausgegangen, doch der zappelnde Fisch zu seinen Füßen brachte ihn rasch zur richtigen Erkenntnis !!!
Mit vereinten Kräften und dem Bordbesen wurde der Fisch über den Heckauslaß sofort wieder in sein Element verwiesen, sehr zum Leidwesen unserer Fischer, die ihn unverständlicherweise als Trophäe behalten oder als Köder verwenden wollten !!!
Nach einer bewegten Nacht, der Wind hatte aufgefrischt und wir spielten wieder einmal "entgleisender D-Zug" und "Achterbahn" wurde nach dem Frühstück der Kühlschrank entleert, gesäubert und wieder neu beladen, wobei wir feststellen mußten, daß die Kühlwanne keinen Ablauf hat (wie sonst üblich) und daher Bierdosen und anderes in aufgeweichter Buttersoße schwammen !!!
Na ja, nach 2 Wochen war es halt notwendig, "Clean Ship" zu machen.
Mittags dann Spinnaker gesetzt und ein herrlicher Segelnachmittag verging im Nu.
Der fehlende Ablauf der Kühlanlage brachte uns endgültig zum Entschluß, eine Liste aller festgestellten Mängel, Defekte, fehlende Ausrüstungsgegenstände usw. zu erstellen, die derzeit bereits mehr als 60 (!!!) Positionen umfaßt und noch fortgeschrieben wird.
Danach werden wir die Liste ins Netz stellen und auch der Yachtwerft Bavaria sowie unserem Vercharter zusammen mit konstruktiven Vorschlägen zu Verbesserung übergeben.
Dies vor allem auch, weil wie bereits mehrere Anfragen von Interessenten bzgl. unserer Erfahrungen mit unserer Yacht via email erhalten haben.

Da der Spinaker bei der herrschenden Windstärke von 20-24 Knoten in der Nacht ein Risiko bedeuten könnte, wurde er am Abend geborgen und gegen die Schmetterlingsbesegelung mit Großsegel und ausgebaumter Teil-Genua ersetzt. Eine ruhige, schnelle Nachtfahrt war die Folge.
Nicht unerwähnt bleiben soll, daß beim Bergen des Spinnakers die Luvschot am Spibaum verklemmte und erst lose kam, als die Yacht einen " Sonnenschuß" machte ( d.h. unkontrolliert anluvte ), aber sofort unter Kontrolle gebracht wurde - danach ließen wir den Spinakker ausrauschen, sodaß die ca. 180 m2 Segel samt Spi-Schoten wie ein riesiger Tintenfisch waagrecht vom Massttop wehten !!!
Unter Motor stellten wir die Yacht so, daß der Spi in Lee des Großbaumes kam, in sich zusammenfiel und sogar OHNE NASS zu werden an Bord geholt werden konnte.
Naja, danach gabs Manöverkritik, wenngleich auslösend sicher der verklemmte Schäkel am Holepunkt war - er wird durch ein in die Schot mittels Palstek eingebundenes Auge ersetzt.
Sonst aber alles unter Kontrolle, wir haben die 1.000 Seemeilen Restdistanz locker unterschritten und sind bester Stimmung.
Crew SONJA, Norbert