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Nachdem die Wettervorhersage das von uns erwartete
Windfenster von 2-3 Tagen verspricht, bevor die nächste
Südwest-Front durchzieht, hat jeder am Vormittag noch
Zeit ein paar Einkäufe zu machen oder Besichtigungen.
Da steht für uns auch das NATAL MARITIME MUSEUM
auf dem Programm, ein Gelände am Hafen, wo im Gebäude
die Geschichte des Hafens Durban, seine Bedeutung
für die Seefahrt usw. dargestellt wird. Im Freigelände
liegen ein brit. Minenleger und zwei Dampfhafenschlepper
neben kleineren Booten aufgedockt bzw. im Wasser.
Nach einem Drink im drehenden Restaurant im 32. Stock
des Harris Buildings noch ein paar Einkäufe
und dann treffen alle der Reihe nach im Restaurant
des RNYC zum Lunch ein. Flo und Kurt
plündern noch des Schiffsantiquitätenladen, während
ich mir einen nagelneuen 40 ft Katamaran aus
der Yachtproduktion in Durban zeigen und erklären
lasse. Das Schiff wird nach der erfolgreichen Testfahrt
gerade fertig ausgerüstet und soll am Wochenende seinem
neuen Eigner übergeben werden.
Um 15 Uhr heißt es Leinen los und mit einem kräftigen
Hornsignal zum Abschied verlassen wir unter Motor
und Großsegel den Hafen. Nach der Ausfahrt legen wir
Kurs SüdOst um wieder in den südlich ziehenden
Agulhas-Strom zu gelangen und in diesem mit
ca. 12 sm Abstand zur Küste nach EAST LONDON
zu segeln.
Leider ist der Seegang ziemlich ruppig und wir schaukeln
um die Längsachse ca. 3 m nach beiden Seiten, vergleichbar
mit der Hutschenschaukel am Rupertikirtag!! So müssen
wir den Speiseplan "Fisch mit Reis" fallen lassen
und es gibt Spaghetti mit meinem gestern vorgekochten
Sugo.
Wacheinteilung wird einvernehmlich fixiert, Paul
hat frei, "K & K" Karl und Kurt
übernehmen die 1. Wache von 22.30 bis 01.30, dann
Flo und ich bis 04.30 und anschließend
Dani und Peter bis 07.30. Tagsüber wechseln
wir uns nach Bedarf ab.
Da der Wind am Abend einschläft, wird die Genua eingerollt
und das Großsegel bis zum 3 Reff eingebunden und ziemlich
mittschiffs gesetzt als Stützsegel gegen das Rollen.
Mit 1200 Umdehungen schiebt der 8-Zyl. Perkins ca.
6 Knoten und mit den 2-3 Knoten im Agulhas-Strom
laufen wir ca. 9 Knoten Schnitt. Wir kommen gut voran,
wenngleich ein paar leichte warme Regenschauer doch
Ölzeug erfordern.
Aber gegen Mitternacht klart es etwas auf und wir
können das Ölzeug wieder lassen. Parallel zur Küste
laufen wir nun gegen Südwest und beobachten
am Radar den Schiffsverkehr, um nicht einem Tanker
oder Cargofrachter in die Quere zu kommen. Der Wetterbericht
hält sich an seine Vorhersage und wir sind guten Mutes,
nach der Nachtfahrt zum Frühstück etwa auf der Höhe
PORT ST. JOHNS zu sein. Begleitet wird die
Nachtfahrt von Musik im Cockpit, die von Cat Stevens
bis zur Rocky Horror Show reicht, Klassik ist für
heute mal kein Thema! Wir sind bester Stimmung und
freuen uns schon auf die nächsten Tage auf See.
Bye Bye,
Norbert
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